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Aus der Geschichte des Bären

Der Bären ist der älteste Gasthof in Meersburg, seine Gründung kann aufgrund von Baubefunden um das Jahr 1250 vermutet werden, damals noch außerhalb und erst mit der neuen, erweiterten Stadtmauer im Jahr 1300, innerhalb der Stadtbefestigung. Einer der beiden Gewölbekeller sowie die Grundmauern stammen noch vom ersten Haus und sind über 750 Jahre alt. Die älteste erhaltene Urkunde ist  das Fürstbischöfliche Berain (Hauszinsbuch) von 1456.

In der Zeit zwischen 1457 und 1510, als es zwischen den Bürgern und dem Konstanzer Bischof wegen der Stadtrechte zu bewaffneten Konflikten kam, erlangte der Bären eine besondere, lokale Bedeutung.

1510 erteilte Bischof Hugo von Hohenlandenberg dem Bären das heute noch gültige Realrecht.

Der Sturz über dem Renaissanceportal mit den fünf Engelsköpfen trägt die Jahreszahl 1605. Damals ist der Bären, manche Quellen sprechen auch von einem Brand,  auf die heutigen Ausmaße vergrößert worden. 1680 wird der Gasthof um das Haus am Obertor erweitert. Als die Thurn und Taxis’sche  Reichspost im September 1688 eine Postlinie von Lindau nach Konstanz einrichtete und den Bären zur Posthalterei machte, brach eine Glanzzeit für den Gasthof an. In den folgenden 200 Jahren beherbergte der Bären die Reisenden der Postkutschen und die heutige Garage war Pferdestall.

Um das Jahr 1838 wurde in Bären von Bürgern, darunter Joseph von Lassberg, ein sogenanntes Museum (Lesekabinett) eingerichtet. Lassberg kam täglich um Zeitung zu lesen und seine Schwägerin, Annette von Droste-Hülshoff, verfolgte 1842 im Bären den Erstabdruck ihrer „Judenbuche“ im Cotta’schen Morgenblatt.

1952/54 wurde eine Generalsanierung notwendig, das Tragwerk musste instandgesetzt, die Zimmer modernisiert werden.

Erst 1960 wird wieder erweitert, das Fachwerkhaus wird erworben und mit dem Bären zusammengebaut.

In den 1980er Jahren wurde im Rahmen der Stadtsanierung das Tragwerk erneut verstärkt, die Räumlichkeiten ausgebaut und modernisiert.

1989 und 2000 wurden in unmittelbarer Nähe 2 Garagengebäude neu gebaut.

Eigentümer des Gasthofs war vor 1605 die Bären-Gesellschaft, die „Gemeingesellen der Trinkstube im Behren“, heute die „101 Bürger von Meersburg“. Der Bären dient der Gesellschaft seither als Zunfthaus.

1605 bis 1728 war die Bären-Gesellschaft zusammen mit der Stadtgemeinde Eigentümer, von 1728 bis 1768 die Stadtgemeinde alleine, und von 1768 bis 1832 das Spital zum Heiligen Geist.

1832 wurden Georg Eberle und seine Frau Notburga Eyselin die ersten privaten Eigentümer, nach mehreren Besitzerwechseln kaufte Engelbert Keller im Juni 1851 den Bären. Seither befindet sich das Hotel im Familienbesitz der Familien Keller - Karrer- Gilowsky.

Seit Generationen bemühen sich die jeweiligen Inhaber des Bären ihren Gästen Wohnkomfort zu bieten und gleichzeitig die historische Bausubstanz zu erhalten sowie das Gebäude denkmalgerecht zu Nutzen.

Heute stehen unseren Gästen 20 Zimmer, alle mit Dusche, WC, Telefon, W-Lan und Flachbildschirm zur Verfügung.